Zu den Dreharbeiten mit den Hamstern

 

Hamster sind anspruchsvolle Tiere: Da sie nachtaktiv sind, mögen sie es tagsüber ruhig, sie brauchen viel Bewegung und sind Einzelgänger. All diese Dinge galt es zu berücksichtigen beim Dreh zu RETTET RAFFI. Zum Glück möchten Hamster aber auch beschäftigt werden, lieben Herausforderungen und haben es gerne, wenn man Zeit mit ihnen verbringt. Gute Voraussetzungen also, um mit Hamstern zu trainieren.

Die Tiertrainerin Carola Conrad begann bereits ein halbes Jahr vor Drehbeginn mit dem Training. Neben Raffi waren noch 14 Doubles beteiligt, die je nach Persönlichkeit, Vorlieben und Fähigkeiten verschiedene Szenen übernahmen. Der erste und wichtigste Schritt beim Training war es die Hamster „handzahm“ zu machen, also sie an Carola Conrad zu gewöhnen und ihre Persönlichkeiten kennenzulernen. Das erforderte viel Zeit, Geduld und tägliche Zuwendung. Nachdem die Hamster ihre natürliche Scheu vor der Trainerin überwunden hatten, wurden sie zutraulich und neugierig und sie konnte anfangen ihnen Tricks beizubringen, die entscheidend für die gemeinsame Filmarbeit waren.

Für den Dreh war ein Laufrad mit relativ großen Speichen notwendig, damit die Kamera Raffi beim Laufen filmen konnte. Das war problematisch, da die Gefahr besteht, dass Hamster sich darin verletzen können. Zwei der Hamster gingen jedoch ausgesprochen gerne in dieses Rad, kamen auch gut damit zurecht und verletzten sich nicht, während die anderen das Laufrad mieden.

In einer weiteren Szene sollte der Hamster in eine Blechdose flüchten. Carola Conrad löste dieses Problem indem sie einen der Hamster nur in dieser Dose fütterte. Wenn der Hamster also aufwachte und Hunger hatte, rannte er in die Dose, wo das Futter bereits auf ihn wartete. So gewöhnte er sich an die Dose.

Die Szene, in der die Hafenkatze Raffi jagt, wurde ebenso wie die Szenen mit dem Hamster im Studio gedreht. Die Katze kam bei den Dreharbeiten nie mit einem Hamster in Berührung, tatsächlich wurde sie nur mit einer „Spielbeute“ angelockt.

Am schwierigsten waren jedoch die Wasserszenen. Denn obwohl Hamster schwimmen können, tun sie es nicht besonders gerne. Für kurze Wassersprints sind sie von Natur aus konditioniert, denn in den warmen Zonen Syriens und der Osttürkei, wo die Goldhamster ursprünglich herkommen, treten bei Regen manchmal die Flüsse über das Ufer. Dann muss der Hamster seine schützende Behausung verlassen und sich in trockene Gefilde retten. Nur drei Hamster waren überhaupt am Wasser interessiert. Diese führte Carola Conrad dann behutsam an das Wasser heran. Sie fand heraus, welche Temperatur sie bevorzugen und ließ sie anfangs aus der flachen Hand heraus nur kurze Wege schwimmen. So wurden sie langsam daran gewöhnt, bis sie lernten sich auf ein auf dem Wasser treibendes Brettchen zu retten.

Eine wichtige Voraussetzung für die filmische Arbeit mit Hamstern war der richtige Drehzeitplan. Da Hamster nachtaktiv sind, wurden alle wichtigen Szenen mit ihnen erst ab dem späten Nachmittag bis in die Nacht hinein gedreht. Diese Aufnahmen entstanden im Studio, so dass es leicht umsetzbar war.

Da Hamster Einzelgänger sind, lebten sie während der gesamten Drehzeit in getrennten, geräumigen Wohn-Boxen. Für ihren Transport  gab es einen kleinen  LKW mit eingebauten Regalen, in denen die Boxen sicher transportiert werden konnten.

Das Wohlbefinden der Tiere hatte Priorität. Wichtig war, ihnen nur das zuzumuten, was sie auch von selbst tun wollten. Stunts, die für die Tiere nicht machbar waren, wurden per Computertrick umgesetzt.

Nach dem Filmdreh, der mehr als zwei Monate dauerte, blieben einige der 15 Hamster bei Carola Conrad, andere fanden liebevolle neue Besitzer. Raffi selbst lebt heute bei Nicolaus von der Recke, dem Hauptdarsteller Sammy.